Raumplanung leicht gemacht: Eine Zusammenfassung in a nutshell

Raumplanung leicht gemacht: Eine Zusammenfassung in a nutshell

Autor: Provimedia GmbH

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Kategorie: Raumplanung & Grundrisse

Zusammenfassung: Das öffentliche Bau- und Planungsrecht in der Schweiz regelt die nachhaltige Nutzung von Boden durch Gesetze auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene, um Interessen wie Wohnraum und Naturschutz auszubalancieren. Es umfasst Raumplanung, Enteignungsrecht sowie lokale Mitbestimmung zur Förderung einer geordneten Entwicklung.

Öffentliches Bau- und Planungsrecht im Überblick

Das öffentliche Bau- und Planungsrecht regelt die Nutzung von Boden und Raum im Interesse der Allgemeinheit. Es umfasst eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen, die sowohl auf Bundes- als auch auf kantonaler und kommunaler Ebene Anwendung finden. Ziel ist es, eine geordnete und nachhaltige Entwicklung von Siedlungen, Infrastrukturen und Landschaften zu gewährleisten.

Ein zentrales Element dieses Rechtsbereichs ist die Raumplanung, die durch verschiedene Instrumente wie Zonenpläne, Nutzungspläne und Bauvorschriften konkretisiert wird. Diese Pläne legen fest, wo und wie gebaut werden darf, um Konflikte zwischen unterschiedlichen Interessen, wie etwa Wohnraum, Gewerbe und Naturschutz, zu vermeiden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Enteignungsrecht, das dem Staat ermöglicht, Grundstücke für öffentliche Zwecke zu erwerben, wenn dies im Interesse der Allgemeinheit erforderlich ist. Dabei sind die Rechte der betroffenen Grundstückseigentümer zu wahren, was durch gesetzliche Regelungen sichergestellt wird.

Die Komplexität des öffentlichen Bau- und Planungsrechts erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen den Interessen der Grundstückseigentümer, der Gemeinden und der Allgemeinheit. Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben ist entscheidend, um rechtliche Konflikte und Verzögerungen in Bauvorhaben zu vermeiden.

Insgesamt ist das öffentliche Bau- und Planungsrecht ein dynamisches Feld, das sich stetig weiterentwickelt, um den sich verändernden gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Bundesrechtliche Grundlagen der Raumplanung

Die bundesrechtlichen Grundlagen der Raumplanung in der Schweiz sind vor allem im Raumplanungsgesetz (RPG) verankert. Dieses Gesetz legt die Rahmenbedingungen für die Raumordnung fest und zielt darauf ab, eine nachhaltige Entwicklung der Siedlungsräume zu fördern. Ein zentraler Aspekt des RPG ist die Planungspflicht der Kantone, die verpflichtet sind, ihre eigenen Raumplanungsgesetze zu erlassen und entsprechende Pläne zu erstellen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Koordination zwischen verschiedenen Ebenen der Planung. Das RPG sieht vor, dass die Raumplanung auf Bundesebene, kantonaler Ebene und kommunaler Ebene aufeinander abgestimmt wird, um eine kohärente Entwicklung zu gewährleisten. Dies geschieht durch:

  • Bundesebene: Der Bund formuliert Richtlinien und gibt Empfehlungen, die die Kantone in ihrer Planung berücksichtigen müssen.
  • Kantonale Ebene: Die Kantone erstellen Zonenpläne, die den Rahmen für die Nutzung des Bodens festlegen.
  • Kommunale Ebene: Gemeinden entwickeln ihre eigenen Nutzungspläne, die spezifische Regelungen für Bauvorhaben und die Nutzung von Flächen enthalten.

Ein weiteres zentrales Element des Bundesrechts ist das Konzept der Nachhaltigkeit. Die Raumplanung muss ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigen, um eine zukunftsfähige Entwicklung zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass bei der Planung nicht nur aktuelle Bedürfnisse, sondern auch zukünftige Anforderungen und Herausforderungen in den Blick genommen werden müssen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die bundesrechtlichen Grundlagen der Raumplanung in der Schweiz einen klaren rechtlichen Rahmen bieten, der die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung von Raumordnungsplänen auf verschiedenen Ebenen bildet. Die enge Verzahnung der verschiedenen Ebenen und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsprinzipien sind entscheidend für eine erfolgreiche Raumplanung.

Vor- und Nachteile der Raumplanung

Aspekt Pro Contra
Nachhaltigkeit Fördert den Schutz von Umwelt und Ressourcen. Kann wirtschaftliche Entwicklung bremsen.
Öffentliche Beteiligung Erhöht die Akzeptanz von Projekten in der Bevölkerung. Kann zu Verzögerungen in Entscheidungsprozessen führen.
Bauzonenregelung Schafft klare Vorgaben und Sicherheit für Investoren. Kann flexible Entwicklungen einschränken.
Koordination zwischen Gemeinden Ermöglicht integrierte, regionale Ansätze zur Planung. Kann Konflikte zwischen verschiedenen Interessen hervorrufen.
Projekte zur Stadtentwicklung Verbessert die Lebensqualität in urbanen Regionen. Kann soziale Ungleichheiten verstärken, wenn nicht gut umgesetzt.

Kantonales Recht und seine Bedeutung

Das kantonale Recht spielt eine entscheidende Rolle im Bereich der Raumplanung und des Baurechts in der Schweiz. Jedes der 26 Kantone hat das Recht, eigene Gesetze und Vorschriften zu erlassen, die an die spezifischen Gegebenheiten und Bedürfnisse der jeweiligen Region angepasst sind. Diese Gesetze sind oft detaillierter als die bundesrechtlichen Grundlagen und ermöglichen eine differenzierte Handhabung der Raumplanung.

Ein zentraler Aspekt des kantonalen Rechts ist die Gestaltung der Zonenplanung. Die Kantone legen fest, welche Flächen für Wohn-, Gewerbe- oder Landwirtschaftsnutzung vorgesehen sind. Dies geschieht durch:

  • Raumordnungspläne: Diese Pläne definieren die langfristige Entwicklung des Raums und sind Grundlage für alle weiteren Planungen.
  • Bauzonen: Die Festlegung von Bauzonen ermöglicht es, bestimmte Gebiete für die Errichtung von Gebäuden zu reservieren, während andere Flächen geschützt bleiben.
  • Einzonungen und Auszonungen: Diese Verfahren regeln, ob und wie Flächen für die Bauzonen aktiviert oder deaktiviert werden können.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Berücksichtigung der lokalen Bevölkerung. Die kantonalen Gesetze sehen oft vor, dass die Bürger in die Planungsprozesse einbezogen werden, etwa durch öffentliche Anhörungen oder Mitwirkungsverfahren. Dies trägt dazu bei, die Akzeptanz der Planungen zu erhöhen und lokale Bedürfnisse besser zu berücksichtigen.

Die Bedeutung des kantonalen Rechts zeigt sich auch in der Umsetzung von Umwelt- und Naturschutzauflagen. Kantone können strengere Vorschriften erlassen, die über die bundesrechtlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Dadurch wird sichergestellt, dass lokale Ökosysteme geschützt werden und die nachhaltige Entwicklung gefördert wird.

Zusammengefasst ist das kantonale Recht ein unverzichtbarer Bestandteil der Raumplanung in der Schweiz. Es ermöglicht eine flexible und bedarfsgerechte Gestaltung des Raums und stellt sicher, dass lokale Gegebenheiten und Bedürfnisse in den Planungsprozess einfließen.

Kommunales Recht in der Raumplanung

Das kommunale Recht spielt eine wesentliche Rolle in der Raumplanung, da es direkt auf die spezifischen Gegebenheiten und Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinde eingeht. Jede Gemeinde hat die Befugnis, eigene Vorschriften zu erlassen, die die Nutzung des Bodens regeln und die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen. Diese lokalen Regelungen sind oft detaillierter und spezifischer als die kantonalen Vorgaben.

Ein zentraler Bestandteil des kommunalen Rechts ist die Nutzungsplanung. Diese umfasst:

  • Bauordnungen: Bestimmungen, die festlegen, wie und wo gebaut werden darf. Dazu gehören Vorschriften zu Abständen, Höhen und Baustilen.
  • Flächennutzungspläne: Pläne, die die beabsichtigte Nutzung von Flächen innerhalb der Gemeinde detailliert darstellen, z.B. für Wohn-, Gewerbe- oder Grünflächen.
  • Gestaltungspläne: Spezifische Vorgaben für die Gestaltung von Bauvorhaben, die sicherstellen, dass neue Bauten sich harmonisch in das bestehende Ortsbild einfügen.

Die kommunale Planung ist auch für die Einbeziehung der Bürger von großer Bedeutung. Viele Gemeinden fördern die Partizipation der Einwohner durch:

  • Öffentliche Anhörungen: Bürger können ihre Meinungen und Vorschläge zu geplanten Projekten einbringen.
  • Informationsveranstaltungen: Diese bieten den Einwohnern die Möglichkeit, sich über geplante Entwicklungen zu informieren und Fragen zu stellen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Umsetzung von Umwelt- und Naturschutzauflagen. Kommunen sind oft in der Lage, strengere Regelungen zu erlassen, um lokale Ökosysteme zu schützen und die nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dies kann beispielsweise durch die Schaffung von Schutzgebieten oder durch Vorgaben für die Begrünung von Neubauten geschehen.

Zusammengefasst ist das kommunale Recht ein dynamisches Instrument, das es Gemeinden ermöglicht, ihre spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen in der Raumplanung zu adressieren. Es schafft den rechtlichen Rahmen für eine gezielte und nachhaltige Entwicklung des lokalen Raums.

Konkordatsrecht und seine Rolle

Das Konkordatsrecht spielt eine zunehmend wichtige Rolle im Bereich der Raumplanung und des Baurechts in der Schweiz. Es ermöglicht den Kantonen, bei der Raumplanung zusammenzuarbeiten und gemeinsame Regelungen zu schaffen, die über die individuellen kantonalen Gesetze hinausgehen. Dieses rechtliche Instrument ist besonders relevant in Bereichen, in denen mehrere Kantone an gemeinsamen Projekten oder Herausforderungen beteiligt sind.

Ein zentraler Aspekt des Konkordatsrechts ist die Schaffung einheitlicher Standards. Dies betrifft insbesondere:

  • Raumplanung: Durch Konkordate können Kantone gemeinsame Richtlinien für die Raumordnung und die Nutzung von Flächen entwickeln, was zu einer kohärenteren Planung führt.
  • Baugesetze: Einheitliche Vorschriften für Bauvorhaben können die rechtlichen Rahmenbedingungen vereinheitlichen, was insbesondere für grenzüberschreitende Projekte von Bedeutung ist.

Ein weiteres wichtiges Element ist die Effizienzsteigerung. Durch die Zusammenarbeit in Form von Konkordaten können Ressourcen besser genutzt und Planungsprozesse optimiert werden. Dies führt oft zu schnelleren Genehmigungsverfahren und einer höheren Rechtssicherheit für Investoren und Bauherren.

Die Rolle des Konkordatsrechts wird auch durch die Möglichkeit der gemeinsamen Durchführung von Projekten gestärkt. Kantone können sich zusammenschließen, um Infrastrukturprojekte zu realisieren, die für mehrere Regionen von Nutzen sind. Hierbei werden nicht nur finanzielle Aspekte berücksichtigt, sondern auch ökologische und soziale Faktoren.

Zusammengefasst ist das Konkordatsrecht ein wertvolles Instrument, das die Zusammenarbeit zwischen Kantonen fördert und eine einheitliche sowie effiziente Raumplanung ermöglicht. Dies trägt dazu bei, die Herausforderungen der Raumordnung in einem zunehmend komplexen rechtlichen und gesellschaftlichen Umfeld zu bewältigen.

Wichtige Verfahren im Raumplanungsrecht

Im Raumplanungsrecht sind verschiedene Verfahren von zentraler Bedeutung, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Flächen und die Durchführung von Bauvorhaben zu regeln. Diese Verfahren gewährleisten, dass alle Interessen angemessen berücksichtigt werden und die Planung transparent sowie rechtssicher erfolgt.

Zu den wichtigsten Verfahren im Raumplanungsrecht gehören:

  • Genehmigungsverfahren: Bei diesem Verfahren wird geprüft, ob ein Bauvorhaben den geltenden Vorschriften entspricht. Es umfasst die Einreichung von Baugesuchen, die Prüfung durch die zuständigen Behörden und die Erteilung von Bewilligungen.
  • Änderungsverfahren: Wenn bestehende Nutzungspläne oder Zonenpläne geändert werden sollen, erfolgt ein formelles Änderungsverfahren. Dies beinhaltet oft öffentliche Anhörungen, um die Meinung der Bürger einzuholen.
  • Planauflageverfahren: Bei der Planung von größeren Vorhaben wird ein Planentwurf öffentlich ausgelegt. Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, Einsicht zu nehmen und Stellungnahmen abzugeben, die in die endgültige Planung einfließen können.
  • Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP): Bei bestimmten Projekten ist eine UVP erforderlich, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu bewerten. Dieses Verfahren ist essenziell, um ökologische Belange in die Planung zu integrieren.
  • Rechtsmittelverfahren: Betroffene Personen haben das Recht, gegen Entscheide der Behörden Einspruch zu erheben. Dies kann zu einem Überprüfungsverfahren führen, in dem die ursprünglichen Entscheidungen nochmals auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft werden.

Diese Verfahren sind nicht nur rechtlich vorgeschrieben, sondern tragen auch zur Akzeptanz von Raumplanungsentscheidungen in der Bevölkerung bei. Durch die Einbindung der Bürger und die Gewährleistung von Transparenz wird das Vertrauen in die Planung und ihre Umsetzung gestärkt.

Insgesamt sind die Verfahren im Raumplanungsrecht darauf ausgelegt, eine ausgewogene und gerechte Nutzung des Raums zu fördern, während gleichzeitig die Interessen aller Beteiligten respektiert werden.

Enteignungsrecht im Kontext der Raumplanung

Das Enteignungsrecht ist ein wesentlicher Bestandteil des Raumplanungsrechts, da es dem Staat erlaubt, privates Eigentum für öffentliche Zwecke zu erwerben. Dies geschieht in der Regel, wenn die Nutzung eines Grundstücks für ein Projekt von öffentlichem Interesse erforderlich ist, wie beispielsweise für den Bau von Straßen, Schulen oder anderen Infrastrukturen.

Ein zentrales Prinzip des Enteignungsrechts ist die Entschädigung. Grundstückseigentümer, deren Land enteignet wird, haben Anspruch auf eine angemessene Entschädigung, die den Marktwert des Grundstücks widerspiegelt. Dieser Prozess soll sicherstellen, dass die Eigentümer nicht unverhältnismäßig benachteiligt werden.

Die Verfahren im Enteignungsrecht sind klar geregelt und umfassen mehrere Schritte:

  • Feststellung des öffentlichen Interesses: Bevor eine Enteignung durchgeführt werden kann, muss nachgewiesen werden, dass ein öffentliches Interesse besteht. Dies kann durch Raumordnungspläne oder kommunale Beschlüsse geschehen.
  • Einleitung des Enteignungsverfahrens: Die zuständige Behörde leitet das Verfahren ein und informiert die betroffenen Eigentümer. Hierbei wird oft eine öffentliche Anhörung durchgeführt, um die Meinungen der Betroffenen zu hören.
  • Bewertung und Entschädigung: Nach der Einigung über die Enteignung erfolgt die Bewertung des Grundstücks und die Festlegung der Entschädigung. Falls sich die Parteien nicht einigen können, wird ein Schiedsverfahren in Gang gesetzt.
  • Durchführung der Enteignung: Nach Abschluss der vorherigen Schritte wird die Enteignung vollzogen, und der Staat erhält das Eigentum an dem Grundstück.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Rechtsmittelmöglichkeit. Betroffene Eigentümer können gegen die Enteignung sowie die Höhe der Entschädigung Einspruch erheben. Dies trägt zur Rechtssicherheit bei und ermöglicht es den Eigentümern, ihre Interessen zu wahren.

Insgesamt ist das Enteignungsrecht ein komplexer, aber notwendiger Bestandteil des Raumplanungsrechts, der sicherstellt, dass öffentliche Projekte realisiert werden können, während gleichzeitig die Rechte der Eigentümer respektiert werden.

Praxisbeispiele zur Raumplanung

Praxisbeispiele zur Raumplanung verdeutlichen, wie die theoretischen Grundlagen des Raumplanungsrechts in der Realität umgesetzt werden. Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Ansätze und Herausforderungen, die im Rahmen der Planung und Umsetzung von Bauvorhaben auftreten können.

Ein typisches Beispiel ist die Stadtentwicklung in Zürich. Hier wurde ein umfassendes Projekt zur Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten initiiert. Ziel war es, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ohne neue Flächen zu versiegeln. Durch die Überarbeitung von Zonenplänen und die Anpassung von Bauvorschriften konnte die Stadt die Dichte erhöhen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bewohner sichern. Bürgerbeteiligung spielte eine zentrale Rolle, um die Akzeptanz solcher Maßnahmen zu fördern.

Ein weiteres Beispiel ist die Umnutzung von Industriearealen in Basel. Alte Fabrikgelände wurden in Wohn- und Freizeitflächen umgewandelt. Dieses Projekt erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden und den Investoren. Hierbei waren auch Umweltverträglichkeitsprüfungen notwendig, um sicherzustellen, dass die Umnutzung keine negativen Auswirkungen auf die Umgebung hat. Die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien war dabei entscheidend.

In ländlichen Regionen kann die Entwicklung von touristischen Infrastrukturen ein Beispiel für erfolgreiche Raumplanung sein. In Graubünden wurde ein Konzept zur Förderung des sanften Tourismus entwickelt, das sowohl den Schutz der Natur als auch die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden berücksichtigt. Hierbei wurden spezielle Zonen für den Tourismus geschaffen, die den Bau von Hotels und Freizeitangeboten ermöglichen, während empfindliche Naturräume geschützt bleiben.

Diese Praxisbeispiele zeigen, dass Raumplanung nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine gesellschaftliche Dimension hat. Die Herausforderungen sind vielfältig und erfordern kreative Lösungen, um den unterschiedlichen Interessen gerecht zu werden. Die erfolgreichen Projekte verdeutlichen, wie wichtig eine sorgfältige Planung, Bürgerbeteiligung und die Berücksichtigung von ökologischen Aspekten sind.

Aktuelle Entwicklungen im Raumplanungsrecht

Aktuelle Entwicklungen im Raumplanungsrecht spiegeln die dynamischen Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt wider. In den letzten Jahren sind mehrere Trends und Reformen erkennbar, die das Raumplanungsrecht maßgeblich beeinflussen.

1. Digitalisierung der Planungsverfahren: Immer mehr Kantone und Gemeinden setzen auf digitale Lösungen, um Planungsprozesse transparenter und effizienter zu gestalten. Digitale Plattformen ermöglichen eine bessere Bürgerbeteiligung, indem sie den Zugang zu Informationen erleichtern und die Möglichkeit bieten, Stellungnahmen online abzugeben.

2. Nachhaltigkeitsfokus: Die Berücksichtigung von ökologischen Aspekten in der Raumplanung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Neue Gesetze und Richtlinien zielen darauf ab, die Auswirkungen von Bauvorhaben auf die Umwelt zu minimieren. Dies umfasst unter anderem strengere Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Förderung von grünen Gebäuden.

3. Anpassungen im Hinblick auf den Wohnraummangel: Angesichts des steigenden Bedarfs an Wohnraum in städtischen Gebieten haben viele Kantone ihre Raumplanungsgesetze reformiert, um eine schnellere Genehmigung von Bauvorhaben zu ermöglichen. Hierzu zählen unter anderem die Lockerung von Vorschriften zur Nachverdichtung und die Schaffung von Anreizen für den Bau von preisgünstigem Wohnraum.

4. Integration von Mobilitätskonzepten: Ein weiterer Trend ist die verstärkte Integration von Mobilitätskonzepten in die Raumplanung. Projekte zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und zur Schaffung von Fuß- und Radwegen werden zunehmend in die Planungsprozesse einbezogen, um eine nachhaltige und vernetzte Entwicklung zu gewährleisten.

5. Stärkung der regionalen Zusammenarbeit: Die Herausforderungen der Raumplanung erfordern oft eine Zusammenarbeit über die Grenzen von Gemeinden und Kantonen hinweg. In vielen Regionen werden daher verstärkt regionale Planungsverbände gegründet, um eine kohärente und abgestimmte Entwicklung zu fördern.

Diese aktuellen Entwicklungen im Raumplanungsrecht zeigen, dass eine flexible und anpassungsfähige Gesetzgebung notwendig ist, um den sich wandelnden Anforderungen gerecht zu werden. Juristische Fachkräfte und Studierende sollten sich daher kontinuierlich über die neuesten Trends und Reformen informieren, um in diesem komplexen Rechtsgebiet kompetent zu agieren.

Empfehlungen für Juristen und Studierende

Für Juristen und Studierende, die sich mit dem Raumplanungs- und Baurecht auseinandersetzen, gibt es mehrere wichtige Empfehlungen, um sich in diesem komplexen Rechtsgebiet erfolgreich zurechtzufinden und fundierte Kenntnisse zu erlangen.

  • Vertiefung in die aktuellen Gesetze: Es ist unerlässlich, sich regelmäßig über die neuesten Entwicklungen im Raumplanungsrecht zu informieren. Besuchen Sie Fachseminare, Webinare oder Kurse, die von juristischen Fakultäten oder Fachverbänden angeboten werden.
  • Literaturstudium: Nutzen Sie Fachbücher und Artikel, die sich mit speziellen Themen im Raumplanungsrecht befassen. Das Buch „Raumplanungs- und Baurecht“ von Alain Griffel ist eine empfehlenswerte Quelle, um sich einen Überblick zu verschaffen und tiefere Einblicke zu gewinnen.
  • Praktische Erfahrungen sammeln: Praktika in Anwaltskanzleien oder bei öffentlichen Institutionen, die sich mit Raumplanung befassen, bieten wertvolle Einblicke in die praktische Anwendung des Rechts. Solche Erfahrungen sind oft entscheidend für den beruflichen Werdegang.
  • Networking: Knüpfen Sie Kontakte zu Fachkollegen, um Erfahrungen auszutauschen und von deren Wissen zu profitieren. Der Austausch in Fachgruppen oder Netzwerken kann neue Perspektiven eröffnen und hilfreiche Ressourcen bereitstellen.
  • Interdisziplinäres Lernen: Raumplanungsrecht ist eng mit anderen Disziplinen wie Umweltrecht, Verwaltungsrecht und Stadtplanung verbunden. Ein interdisziplinärer Ansatz kann das Verständnis und die Anwendung des Rechts erheblich vertiefen.
  • Online-Ressourcen nutzen: Es gibt zahlreiche Online-Plattformen, die aktuelle Informationen, Rechtsprechungen und Fachartikel zu Raumplanungsfragen bereitstellen. Nutzen Sie diese als ergänzende Informationsquelle.

Durch die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung können Juristen und Studierende ein umfassendes Verständnis des Raumplanungs- und Baurechts entwickeln, das ihnen in ihrer beruflichen Laufbahn von großem Nutzen sein wird.